- Berichte Juli 2021













Vor der diesjährigen Mitgliederversammlung am 14. August in Berlin möchten wir Sie und Euch noch einmal zusammenfassend über die letzten Entwicklungen informieren.
 
Corona breitet sich in Ostafrika weiter aus, auch in ländliche Gebiete, die bisher verschont waren. Von daher wird auch unsere für Januar 2022 geplante Keniareise leider ausfallen müssen.
 
Bisher berichten die Teams nicht von Krankheitsfällen unter den Mädchen, in Kisumu ist eine Mentorin nach Erkrankung wieder genesen.
 
Alle Teams haben die Mädchen während der Coronazeit weiter betreut und auch Mädchen und Müttergruppen soweit möglich durchgeführt. Zur Zeit erhalten an den vier Standorten 80 Mädchen aus den 7. und 8. Klassen Förderung, im Moment werden durch die Umstellung des Schuljahres 40 Mädchen aus den 6. Klassen rekrutiert.
 
Golda aus Masogo schickte uns eine Liste der Themen, die in den Mädchengruppen behandelt wurden:

 

Die monatlichen Themen, die mit den Mädchen seit Anfang des Jahres behandelt werden, sind:
Teamarbeit - Kommunikation - Selbstwertgefühl - Zielidentifikation - Zielsetzung und Zielerreichung - Beziehungen

 Sitzungen zur Gesundheit :
 
  • Lebenszyklus
  • Mein Körper verändert sich, bin ich normal?
  • Wie eine Schwangerschaft entsteht 
  • Sexuelles Verlangen
  • Mythen über die reproduktive Gesundheit
  • Verhinderung einer ungewollten Schwangerschaft

Sitzungen zu Lebenskompetenzen:
 
  • Gesunde Beziehungen haben
  • Passives, selbstbewusstes und aggressives Verhalten
  • Drogen- und Alkoholmissbrauch
  • Gruppendruck
  • Gute Entscheidungen treffen
  • Wie man mit Erwachsenen kommuniziert
  • Umgang mit Stress, Wut und Konflikten
 
Führungssitzungen:
  • Führungsfähigkeiten
  • Gemeinschaftsdienste – Führung in die Hand nehmen
 
Die folgenden Themen müssen wir noch behandeln:
  • Sitzungen zu geschlechtsspezifischer Gewalt
  • Sexuelle Ausbeutung
  • Wie man Fälle von sexueller Gewalt meldet und vermeidet
  • Vergewaltigung und geschlechtsspezifische Gewalt
  • Verhinderung ungewollter Schwangerschaften
 
 
Von den GinCo Mädchen sind im letzten Jahr 2 Mädchen schwanger geworden.

 
Dazu aus Meru:
 
Eines der Mädchen – Juster Kathure wurde schwanger und heiratete einen jungen Mann aus dem Dorf. Sie brachte ihr Baby im März, zwei Wochen vor ihren Abschlussprüfungen, zur Welt. Zum Glück nahm sie ihre Prüfungen wieder auf und machte 208 Punkte. Wir besuchten sie öfter, um sie zu ermutigen. Sie nahm an der Mentoring-Sitzung im letzten Monat teil und       teilte ihre Erfahrungen mit, wie sie schwanger wurde, was eine großartige Lektion für den  Rest der Mädchen und auch für die Eltern war. Wir sind stolz darauf, wie sie die Herausforderung mit Hilfe der Mentoren gemeistert hat, denn sie ist bereit, trotz der
Verantwortung, Mutter, Ehefrau und Schwiegertochter zu sein, weiter auf die  weiterführende Schule zu gehen.

 
 
 
An allen Standorten wurden am „Baumpflanztag“, am 5. Juni, von den Umweltclubs „Environmental Clubs“ der Schulen von GinCo gesponserte Bäume gepflanzt.

 
Doreen aus Meru schrieb uns:
 
 
UMWELTCLUB BERICHT
 
Wir hatten anfangs nur einen Umweltclub in der Grundschule von Laciathuriu, dieses Semester haben wir Mitglieder des Clubs von den anderen beiden Schulen rekrutiert. Wir zusammen mit den Eltern
 Gruppe und Vereinsmitglieder der drei Schulen feierten am 5. Juni den Umwelttag. Wir pflanzten Bäume in jeder der Schulen und gingen einen 10 Kilometer langen Umweltspaziergang, während wir die Gemeinde für die Bedeutung der Baumpflanzung und des Umweltschutzes sensibilisierten.

 
 
Im letzten Jahr hat GinCo an drei Standorten Projektideen der Mentorinnen und Mütter finanziert als Einkommensgrundlage und als berufliche Möglichkeiten für die Mädchen.
 
Zena aus Kibera berichtet von ihrem Geflügelprojekt:

 
 
 Schulprojekt Geflügel
 
Eines der Projekte, das Anfang Februar 2021 in Kibera begann, ist das einheimische Geflügel Projekt. Es wurde als „Adopt a chicken“-Projekt mit einem bescheidenen Budget von Kshs 70.000 bezeichnet. Das Kibera-Team hat es zusammen mit den begünstigten Eltern und den Lernenden, die am Programm teilnehmen, geschafft, eine Geflügelstruktur mit Strominstallation aufzubauen, Futterautomaten und Tränken zu kaufen und und die damit verbundene Dienstleistungen zu bewältigen.
 
Es wurden 25 Vögel im Alter zwischen 6 und 8 Wochen gekauft. Gekauft wurden auch 5 männliche und weibliche Vögel im Alter zwischen 8 Monaten und 14 Monaten. Insgesamt startete die „Adopt a Chicken“ mit 20 Küken.
 
Die Koordinatoren haben ein beträchtliches praktisches Wissen über gute Geflügelpraktiken erworben und an die Eltern und die Lernenden weitergegeben.
 
Ein Huhn hat derzeit 9 Tage alte Küken. Zwei weitere legen Eier. Einige Eier waren zuvor
verkauft worden und der Erlös wurde dem Projekt für Futtermittel und medizinische Kosten zugeführt.
Die Geflügelfarm wird in Freilandhaltung geführt, indem den Vögeln ein Stall zur Verfügung gestellt wird, von dem aus sie sich über einen definierten Bereich bewegen, der in regelmäßigen Abständen geändert wird. Im Wesentlichen arbeitet Kiberas Geflügelhaltung nach dem gleichen Prinzip wie ein Handelsunternehmen mit 5000 Vögeln.
Die einzigen Unterschiede bestehen in der Größe,
in der Art der verwendeten Struktur und in der Art und Weise, wie der Raum verwaltet wird.
Der Stalltyp, der bei diesem System verwendet wird, ist der Sitzstangentyp – mindestens 15 cm Sitzstangenplatz pro Vogel und eine maximale Dichte von 25 Vögeln pro Quadratmeter. Als nächste Herausforderung für das Jahr 2022 ist eine Zahl von über 200 Vögeln angedacht. Dabei werden die Eltern aufgefordert, 5 Ksh pro Tag [35 Ksh pro Woche] für Hühnerfutter zu zahlen.

 
 
 
Wie geht es weiter?
 
Bei unseren letzten Reisen haben die kenianischen Teams immer wieder angesprochen, wie sich GinCo weiter entwickeln kann, wenn wir aus Altersgründen nicht mehr nach Kenia reisen und nicht mehr im ständigen Austausch sein werden.
 
Die GinCo Förderung war von Anfang an nicht auf lebenslange Förderung angelegt. Wir haben eine Basis geschaffen, die die Teams nun auf unterschiedliche Weise, aber gemeinsam nutzen. Zunehmend haben diese neben den Mädchen und Müttern die Lehrer und Direktorinnen in die Aktivitäten einbezogen und durch die Baumpflanzaktionen auf die gesamte Gemeinde erweitert.
 
Als neuesten Schritt haben die kenianischen Teams überlegt, wie sie „Income generating activities: IGA“ eigenständig finanzieren können. Monatlich zahlen jetzt alle Teams einen bestimmten Betrag (30 Dollar pro Team pro Monat) auf ein gemeinsames Konto. Jedes Jahr bekommt ein Team die Gesamtsumme zur Finanzierung einer nachhaltigen Projektidee, die Reihenfolge ist schon festgelegt.
 
Aufgrund des positiven Verlaufs werden wir der MV vorschlagen, die GinCo Förderung schrittweise auszuschleichen.
 
Unsere Idee ist, dass 2021/2022 weiterhin 120 Mädchen gefördert werden. Ab dem nächsten Jahr, Juli 2022 werden keine Mädchen aus den 6. Klassen rekrutiert, so dass die Förderung 2024 ausläuft.
 
Bis dahin wollen wir neben dem Final Run den Verselbstständigungsprozess weiter begleiten und finanziell unterstützen.
 
Wir sind stolz darauf, dass es uns gemeinsam mit Euch und Ihnen gelungen ist, kreative Prozesse und das Vertrauen auf die eigene Kraft anzuregen und dadurch so tolle Projekte entstanden sind.
 
Wir sind gespannt, was bis 2024 noch alles passieren wird.
 
 
 
Mit herzlichen Grüßen
 
Ulrike und Gudrun

 



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