- Mütter und Mädchen













GGF/GinCo ERSTER BERICHT ÜBER DAS MENTORENTRAINING:

GinCo-MENTORINNEN & MÄDCHENGRUPPEN IN WAMBA, SAMBURU UND KIBERA, NAIROBI

 

 

 

BERICHT VON GOLDA SAWALA AYODO

& MARY RAKIRO

GGF/GinCo, Kisumu.

 

 EINLEITUNG

Nach der GinCo-Jahreshauptversammlung am 20. Januar 2017 in Nairobi bestand die Aufgabe der Golden Girls Foundation darin, bei den GinCo Gruppen in Samburu und Kibera Mentorinnen einzuführen. Grund hierfür ist die allgemeine Überzeugung, dass Mädchen in allen GinCo-Teams Mentorinnen benötigen. Wir haben den beiden Gruppen in Samburu und Kibera dann unseren Ablaufplan vorgestellt. Um sicherzugehen, dass unser Mentorenplan erfolgreich umgesetzt werden kann, unternahmen wir Standortbesichtigungen bei den beiden Gruppen, tauschten uns zu Beginn mit den Mentorinnen über die allgemeinen Ziele des Ablaufplanes aus und erörterten gemeinsam mit den Mentorinnen alle zu erwartenden Herausforderungen, die während der Umsetzung des Planes auftreten könnten.

Dieser Bericht enthält eine kurze Zusammenfassung unseres ersten Standortbesuches und des ersten Kontaktes mit den Mentorinnen und Mädchen, die mit der Übernahme des Planes beauftragt wurden.

 

Kurzfassung des GGF/GinCo Mentorenplanes (Erstes Trimester)

Der GGF/GinCo-Mentorenplan ist in drei Teile untergliedert. Jeder Teil beinhaltet vier Sitzungen, um mit unseren nationalen Schulversammlungssitzungen zusammenzupassen. Der Plan hat die folgenden Ziele:

  • Die Mädchen dabei unterstützen, sich selbst zu finden und sich auf die identifizierten Lebensziele zu konzentrieren

  • Die Mütter der Mädchen in die Lage versetzen, ihre Töchter zu verstehen und bei dem Erreichen ihrer Ziele im Leben zu unterstützen

  • Eine Grundlage  erschaffen, die Mütter und Mädchen zusammenbringt, um mögliche Ursachen für Missverständnisse zwischen ihnen zu erkennen und aus der Welt zu schaffen

  • Eine Mutter-Tochter-Bindung  schaffen, die in den meisten Fällen aufgrund dringender Probleme fehlt

  • Die Mütter und Töchter ermutigen, sich auf ihrem Lebensweg gegenseitig zu unterstützen.

Jedes Trimester des Planes beinhaltet Spaß und Spielaktivitäten, die alle darauf abzielen, die Bindung zwischen Müttern und Töchtern zu stärken.

 

Erstes Trimester

In diesem Trimester finden vier Kontaktsitzungen statt.

 

Erste Sitzung:  NUR MÜTTER.

Ziele

 

  • Mögliche Ursachen für Konflikte zwischen den Müttern und deren Töchter erkennen

  • Herausfinden, ob die Mütter ihre Töchter erfolgreich während der Sekundarschule unterstützen können und, falls nicht, welche anderen Möglichkeiten es gibt

  • Mit den Müttern gemeinsam  erörtern, wie wichtig es ist, dass  sie ihren Verantwortungen zu Hause nachkommen und welche Auswirkungen ihre Entscheidungen auf das Leben ihrer Töchter haben

  • Eine Unterstützungsgruppe unter den Müttern schaffen, um ihnen eine sichere Plattform zu bieten, sich gegenseitig durch den Austausch von Problemen und Erfahrungen zu unterstützen

  • Die Mütter motivieren, ihre positiven Bemühungen aufrecht zu erhalten

 

Wir beginnen mit der Erreichung der oben genannten Ziele, indem sich in den ersten 10 Minuten jede Mutter vorstellt. Sie sagt ihren Namen, berichtet wo sie lebt, auf welche Schule ihre Tochter geht und ergänzt gegebenenfalls etwas Persönliches (z.B. Ich verkaufe Jamswurzeln, Ich lese gern usw.).

Die nächsten 10 Minuten werden mit einem Eröffnungsritual verbracht (z.B. werden die Mütter nach ihrer Stimmung gefragt und gebeten diese durch eine Sonne/Sonne und Wolke/ Regen zu visualisieren (Diese Aktivität kann von der Mentorin zu einer Gruppenarbeit improvisiert werden) Diese Rituale helfen dabei, ein Gefühl der Sicherheit in der neuen Situation oder Umgebung zu schaffen.

In den nächsten fünf Minuten fragt die Mentorin die Mütter, was sie an diesem Tag gerne besprechen würden, und sie kann sich zudem vergewissern, was nach dem Bedürfnis der Mütter miteinbezogen werden sollte. Die Mentorin kann dann mit den Müttern Aufwärmübungen mittels Liedern oder Namensspielen machen. Dies bewirkt, dass sie sich wohler und offener fühlen.

Die folgenden 40-50 Minuten werden mit einer offenen Diskussion über die finanziellen Mittel verbracht mit denen die Sekundarschulgebühren für ihre Töchter bezahlt werden. Mögliche Finanzierungsalternativen werden aufgezeigt. Diese Diskussion wird am besten mit den Müttern und der Mentorin in einem Kreis sitzend durchgeführt. Es ist wichtig für die Mütter, ihren großen Einfluss auf die Mädchen zu erkennen. Sie sollten in der Lage sein, ihre eigenen Leben zu vergleichen und eine bessere Lösung für ihre Töchter zu finden. Sobald die Mütter ihre Möglichkeiten ausgeschöpft haben, kann die Mentorin Fachhochschul- und Kompetenzkurse von Frauen im Lokalbereich ergänzen.

Die Mütter können sich anschließend einige Minuten Zeit nehmen, um eine persönliche Motivation zu entwickeln. Sie können diese Zeit auch nutzen, um darüber nachzudenken, wofür sie kämpfen/ sich bemühen und welche Wünsche und Träume sie für ihre Töchter haben.

Im Anschluss kann ein Abschlussritual veranstaltet werden. Dies hilft der Gruppe dabei, sich nah, gleich und wichtig innerhalb der Gruppe zu fühlen. (Z.B. durch das Weitergeben eines Impulses: Alle stehen in einem Kreis und reichen sich mit geschlossenen Augen die Hände. Die Mentorin drückt die Hand der nächsten Mutter und wenn jeder zusammenarbeitet, erreich dieser Impuls die Mentorin am Ende wieder.)

 

Zweite Sitzung: NUR MÄDCHEN

In der zweiten Sitzung trifft die Mentorin ausschließlich die Mädchen.

 

Ziele

 

  • Das Selbstwertgefühl der Mädchen stärken durch

    • Selbstreflexion

    • Reden über Sexualität

    • Aufzeigen der Rechte der Mädchen

    • Die Vermittlung der Bedeutung von Freunden (bedachte Auswahl und Erkennung des eigenen Wertes)

 

  • Lernen, effektiv zu kommunizieren

    • Vor anderen sprechen

    • Sich ausdrücken (Wünsche, Bedürfnisse, Sehnsüchte)

 

Während dieser Sitzung stellt sich das Mädchen der Gruppe vor, indem es seinen Namen, sein Alter, seine Schule und etwas Persönliches über sich selbst sagt (z.B. dass es Sport mag, gerne Musik hört). Die Mädchen besprechen dann ihre Gefühlslage an diesem Tag und können eine Wetterkarte verwenden, um ihre Stimmung auszudrücken (z.B. wolkig, wenn sie traurig sind; sonnig, wenn sie glücklich sind). Diese Rituale helfen dabei, sich in der neuen Situation sicher zu fühlen. Beim ersten Mal sagen sie vielleicht nicht viel, aber sie sprechen mehr, sobald sie sich daran gewöhnt haben. Die Mentorin erklärt ihnen dann den Zeitplan der Sitzung.

Die Mentorin gibt ihnen die Möglichkeit zu sagen, was sie gerne besprechen möchten und welche Wünsche sie für den Tag haben. Schließlich kann die Mentorin den Ablaufplan für den Tag entsprechend ergänzen. Die Mentorin ermutigt die Mädchen zu kleinen Aufwärmspielen oder dazu, ein Lied ihrer Wahl zu singen oder auch ein Namensspiel zu spielen.

Als Hauptaktivität dieser Sitzung malen die Mädchen einen Fluss/ Pfad des Lebens. Die Mädchen sollen über ihre Vergangenheit nachdenken, welche Erfahrungen, welche Personen sie auf ihrem Weg beeinflusst haben und verbildlichen ihre Lebenswege in Form eines Flusses/Weges, der Höhen und Tiefen haben könnte, Wasserfälle, dunklere und hellere Farben, schmal oder breit sein kann. Die Mentorin sollte ebenso ihren Lebensfluss zeichnen und mit den Mädchen teilen. Die Mädchen sollten die Möglichkeit bekommen, ihre Zeichnungen einander zu präsentieren.

Dies hilft den Mädchen dabei zu reflektieren, was sie in ihren Leben bereits geschafft haben und versetzt sie in die Lage zu verbildlichen, wo ihre Flüsse/Wege langgehen sollen.

Eine runde Gruppendiskussion über Schule, Freunde und wie man gute und unterstützende Freunde erkennt, Fragethemen über Partnerschaft, Schwangerschaft, HIV/AIDS sollten von der Mentorin taktvoll versucht werden. Die Diskussion animiert die Mädchen ebenso dazu, über ihre Werte und Rechte zu sprechen. Die Mädchen sollen sich frei fühlen, über die Zukunft, ihre Wünsche und Alternativen zur Sekundarschule und Argumente für jede Alternative zu reden. Sie sollen die Ergebnisse aus dieser Diskussion mit nach Hause nehmen, um sich selbst zu motivieren.

Die Mentorin kann auch einen Briefkasten vorstellen.

 

Dritte Sitzung: MÄDCHEN UND IHRE MÜTTER GEMEINSAM

Die dritte Sitzung ist ein Zusammentreffen zwischen den Mädchen und ihren Müttern.

 

Ziele:

 

  • Den Spalt zwischen Mutter und Tochter schließen

  • Mädchen und Mutter motivieren, ihre Bemühungen aufrecht zu erhalten

  • Erfahrungsaustausch mit denen, die sich in ähnlichen Situationen befinden

  • Stärkung des Selbstwertgefühls durch:

    • Sprechen vor anderen

    • sich stärker fühlen, indem man sich seiner eigenen Talente bewusst ist

  • Sozial sein durch die Kooperation miteinander

  • Durch die Festsetzung realistischer Ziele Verantwortung übernehmen; Argumente finden und diskutieren

 

Die Sitzung beginnt mit einem Eröffnungsritual, bei denen sich die Mädchen und Mütter vorstellen (Hier kann ein Namensspiel durchgeführt werden). Die Mentorin gibt eine kurze Zusammenfassung der vorherigen Sitzungen, wobei sie darauf achtet, das Thema Sexualität auszulassen. Die Mentorin erläutert anschließend das Spiel „Job Advertisement“.

Bei diesem Spiel erstellen die Mütter eine Liste von Eigenschaften, die eine ideale Tochter ihrer Meinung nach haben sollte und die Mädchen schreiben ebenso eine Liste mit Qualitäten, die laut ihrer Auffassung eine ideale Mutter hat; sie lesen diese Eigenschaften dann als „Stellenanzeige“ vor. Dies ermöglicht den Mädchen und Müttern, sich gegenseitig wertzuschätzen. Mutter und Tochter spielen im Anschluss in einem Rollenspiel eine Situation aus ihrem täglichen Leben, wenn sie Zeit miteinander verbringen, durch. In ihren Mutter-/Tochterteams haben sie die Möglichkeit, sich über ihre Vorstellungen nach der 8. Klasse auszutauschen. Sie müssen sich hierbei nicht zwangsläufig einig sein. Im Anschluss kehren sie wieder zur Gruppe zurück und teilen ihre Diskussionen, Argumente und Ideen mit dem Rest der Gruppe.

Die Mentorin geht dann zu einem Abschlussritual über (z.B. Impulszirkel).

 

 Vierte Sitzung: MÄDCHEN UND IHRE MÜTTER GEMEINSAM

An dieser Sitzung nehmen die Mädchen und ihre Mütter gemeinsam teil.

 

Ziele:

 

  • Den Spalt zwischen Müttern und deren Töchtern schließen

  • Sie motivieren, ihre Bemühungen aufrecht zu erhalten

  • Sich durch den Austausch mit denen, die gleiche Erfahrungen gemacht haben, unterstützen

  • Stärkung ihres Selbstwertgefühls durch:

    • die Identifizierung mit einem Vorbild

    • die Gestaltung der eigenen Zukunft

  • Offenheit für neue Ideen

 

Das Treffen beginnt mit dem Eröffnungsritual. Die Gruppe wird gefragt, ob Fragen bestehen. Dann wird die Gruppe angeleitet, herzförmige Papierzuschnitte mit der Aufschrift „Ich mag mich“ anzufertigen. Auf dem Papier sollen alle positiven Eigenschaften aufgeschrieben werden, die man an sich erkennt.

Die Mentorin kann diese Sitzung nutzen, eine Person einzuladen, die eine Vorbildrolle einnimmt und etwas Zeit mit der Gruppe verbringt. Dieses Vorbild sollte sich selbst vorstellen und ihre Lebensgeschichte erzählen, wobei ein besonderes Augenmerk auf Schwierigkeiten und deren Überwindung gelegt wird. Diese Sitzung sollte nicht hastig verlaufen. Geben Sie ihnen Zeit, warm zu werden und sich verbunden zu fühlen.

Die Mentorin kann anschließend ein Spiel mit Teams aus Mutter/Tochter einleiten, z.B. ein Wettrennen mit jeweils einem Fuß aneinander gebunden. Die Mentorin kann dann ein Beispielszenario vorgeben, bei dem die Mutter mit der Tochter verreist, wobei sie nur einen kleinen Koffer haben; was würden sie in den Koffer packen? Das gibt ihnen Zeit, über ihre Familienwerte nachzudenken und über das, was ihnen am Wichtigsten ist; des Weiteren erfahren sie, was andere Teams in ihre Koffer packen würden.

 

Die Mentorin geht mit der Gruppe in ein Abschlussritual über; diesmal machen sie einen Lobeskreis (jeder sagt etwas Positives über eine andere Person im Kreis).

 

 

 

STANDORTBESUCH

WAMBA, SAMBURU AM 10. MÄRZ, 2017

Mary und ich verließen Kisumu am Donnerstag, dem 9. März 2017 und erreichten Wamba, Samburu am Abend des 10. März. Die Auswahl der Termine erfolgte durch das Samburu-Team; Mentorin Jacinta ist Lehrerin und hatte nur am Samstag Zeit, die Mädchen zu treffen. Der Tag war auch für die Mädchen passend, da sie auf unterschiedliche Schulen gehen und am Samstag die Möglichkeit haben, zusammen zu kommen.

Am 11. März 2017 um 9:00 Uhr morgens hatten wir eine Kurssitzung mit Mentorin Jacinta (bei Rebecca), um den Ablaufplan durchzugehen und um 12:00 mittags trafen wir dann die Mädchen für ein erstes gemeinsames Treffen.

Sitzung mit Mentorin Jacinta

 

Mentorin Jacinta freute sich sehr über unseren Besuch und die Präsentation eines Zielplans, wobei sie einige Schwierigkeiten benannte, die sie mit den Mädchen und deren Müttern hat. Sie hatte den Eindruck, dass der Plan auf effektive Art und Weise auf die Diskrepanzen eingehen würde, die für die Schwierigkeiten verantwortlich sind, die die Mädchen mit ihren Müttern haben.

 

Sitzung mit den GinCo-Mädchen in Wamba

 Die Sitzung begann um 12:00 Uhr mittags. Anwesend waren:

 

  • Mentorin Jacinta GinCo Wamba

  • Mentorin Golda Sawala Ayodo GinCo, Kisumu

  • Mentorin Mary Rakiro GinCo, Kisumu

  • Rose Nashangai Wamba DEB

  • Lydia Sibuloi Wamba DEB

  • Consolata Letongoswa Wamba CCM

  • Saldina Lematampash         Wamba DEB

  • Tinah Alemeriwas Wamba DEB

  • Soila Lekalyitele Wamba CCM

  • Ein Mädchen konnte nicht teilnehmen, da ihr Betreuer ihr dies nicht erlaubte

  • 3 Mädchen hatten schulische Verpflichtungen und nahmen nicht an der Mentorensitzung teil.

 

Zu Beginn der Sitzung waren die Mädchen sehr schüchtern, tauten jedoch auf als wir die Namensspiele einleiteten. Sie brachten sich sehr gut ein und erklärten uns sogar einige Spiele. Wie gaben ihnen dann Papier und zeichneten gemeinsam unsere „Flüsse des Lebens“, die wir danach einander präsentierten. Zuerst stellten die Mentorinnen ihre Lebensflüsse vor. Es erwies sich als sehr emotionaler Moment, als die Mädchen ihr Leben und die Herausforderungen, denen sie sich bis zu diesem Tag stellen mussten, reflektierten. Jede Geschichte war geprägt von einzigartigen Situationen und Herausforderungen, aber die Mädchen haben sehr viel innere Motivation gezeigt, die Schule zu beenden. Manche begannen zu weinen und es gab einige Momente der Stille, bevor wir weitermachten. Wir haben den Moment dann genutzt, die Mädchen über ihre Träume sprechen zu lassen. Es war großartig zu erfahren, dass zwei Mädchen den Wunsch hatten, Ärztinnen zu werden, zwei Mädchen wollten Journalistinnen werden, ein Mädchen träumte davon, Krankenschwester zu werden und ein anderes hatte den Traum, Juristin zu werden. Alle von ihnen waren von Menschen inspiriert worden, denen sie im Leben begegnet sind.

 

Wir hatten offene Gruppendiskussionen mit den Mädchen über einige Themen, unter anderem Menstruationsmanagement als eines der Hauptschwierigkeiten. Wir stellten den Mädchen Ruby Cups vor und gaben den 6 Mädchen und Mentorin Jacinta ein Ruby Cup zum Ausprobieren. Es ist außerdem wichtig zu berücksichtigen, dass:

  • zwei Mädchen sagten, sie bräuchten Matratzen zum Schlafen, da sie keine haben.

  • zwei der Mädchen sagten, dass sie die “Torch Encyclopedia” benötigen, um  Schulstoff nachzuarbeiten und sich auf die Prüfung vorzubereiten.

  • ein Mädchen nicht an dieser Mentorensitzung teilnehmen konnte, weil ihr Betreuer ihr dies nicht erlaubt hatte.

     

Mentorin Jacinta sagte, sie würde dies nachverfolgen und ein Gespräch mit dem Betreuer führen.

 

  • Jacinta zwei der Mädchen für den Besuch einer Internatsschule empfahl (innerhalb Wambas), um ihnen den erfolgreichen Abschluss der 8. Klasse zu ermöglichen, da von zu Hause aus logistische Probleme bestehen.

Wir waren beide der Ansicht, dass es sehr gut wäre, Folgetelefonate  im Anschluss an jedes Treffen zu führen, damit wir Updates zu den Sitzungen erhalten. Dies würde uns auch ermöglichen, weitere Treffen zu planen und notfalls bestimmten Situationen anzupassen,.

 

 

Erfolge

Das Wamba-Team war sehr dankbar für die GinCo-Unterstützung durch:

 

  • die 10 Solarlampen, die wir ihnen geschickt haben. Sie waren froh darüber, dass sie nun in der Lage sein würden, während der Nacht zu lernen und ihre Hausaufgaben zu erledigen, was zuvor eine große Herausforderung gewesen sei.

 

  • Mittagessensprogramme, da in Samburu Dürre herrscht und die meisten von ihnen überhaupt nichts zum Essen haben.

 

  • Bücher, die ihnen zur Verfügung gestellt wurden, da sie sich die Wiederholungsbücher nicht leisten können, die sie zur Vorbereitung auf die Examina der 8. Klasse benötigen.

     

  • Betreuung durch die Mentorinnen, da sie normalerweise keinen Ort haben, um ihre Meinung zu sagen. Sie sind sehr motiviert, ihre Ausbildung fortzusetzen.

 

Die Mädchen  hatten sehr viele Fragen zu dem Ruby Cup, waren aber sehr verunsichert, es auszuprobieren. Sie sagen, Menstruationsmanagement ist ein großes Problem, da ihre Mütter/Betreuer nicht in der Lage sind, ihnen jeden Monat Binden zu kaufen.

Sie berichteten, dass sie in der Mentorensitzung viel gelernt haben und freuen sich auf weitere Treffen.

Innerhalb des Teams entstand ein warmes Gefühl der Kameradschaft, Freundschaft, Schwesternschaft und Motivation

Wir verbrachten den Nachmittag damit, die Häuser einiger Mädchen zu besuchen.

 

 

Probleme

 

Jacinta hat einige Probleme hervorgehoben, von denen ihr Team betroffen ist;

 

  • Mütter sprechen nicht direkt mit ihren Töchtern über bestimmte Dinge, die Jacintas Meinung nach wichtig sind (z.B. ist Sex immer noch ein Tabuthema).

  • Trotz der Aufklärung zwingen einige Mütter ihre Töchter immer noch zur FGM (female genital mutilation = weibliche Genitalverstümmelung).

  • FGM ist eine tief verwurzelte Kultur, die ihre Gemeinschaft beeinflusst.

  • Während der Dürre verlassen einige Jungen auf der Suche nach Weide und Wasser für ihr Vieh die Schule.

  • Nach der 8. Klasse werden einige der Mädchen verheiratet, geraten in die Prostitution, einige bleiben zu Hause, um ihren Eltern zu helfen, während nur wenige andere zur Sekundar-schule gehen.

  • Es gibt keine Berufsbildungseinrichtungen.

  • Einige Mädchen und Mütter verstehen nicht, wie Jacinta sie von der FGM abhalten sollte, obwohl sie ja selbst beschnitten ist.

 

 

BEOBACHTUNGEN UND EMPFEHLUNGEN

 

  • Jacinta ist eine sehr fähige Mentorin, die viele ihrer persönlichen Erfahrungen nutzt wenn sie während der Betreuung mit den Mädchen spricht, was für die Mädchen sehr motivierend ist. Mit einem Zielplan kann sie das Beste aus den Mädchen herausholen, insbesondere da sie die Gemeinschaft kennt und versteht.

     

  • Wir machten den Vorschlag, dass es wichtig ist, die Mütter der Mädchen zu treffen bevor sie die Mädchen das erste Mal für Mentorensitzungen trifft, um mit einer Einschätzung der Mütter zu beginnen.

     

  • Da die FGM-Kultur nach wie vor tief verwurzelt ist, ist es immer noch wichtig, dass die Mädchen die Schule besuchen, obwohl sie beschnitten sind.

 

  • Es ist wichtig für Jacinta einen “sicheren Platz” für die Mädchen zu schaffen, an dem sie Vertrautheit haben und frei sprechen können ohne Angst zu haben, verurteilt zu werden. 
  • Die Mädchen in Samburu sollten andere Orte besuchen, um die Möglichkeit zu erhalten, das Leben außerhalb ihres Dorfes kennenzulernen.

     

     

  • Obwohl es keine Berufsbildungseinrichtungen in Wamba gibt, gibt es Frauen, die Fähigkeiten haben, die sie an die jüngeren Mädchen weitergeben können, z.B. die Herstellung von Perlenarbeiten, Haarfrisuren, Seifenherstellung. Sie benötigen jedoch einen Markt, an dem sie ihre schönen kreativen Kunstwerke verkaufen können.

     

  • Jacinta denkt, dass die Herstellung von Seife ein gutes Geschäft für die Frauen in Wamba wäre, da Seife eine Notwendigkeit zum Waschen und Baden ist. Es ist aber wichtig zu berücksichtigen, dass das Team ein Anfangskapital benötigen würde, um damit zu beginnen.

     

  • Da es die Zutaten, die für die Seifenherstellung gebraucht werden in Wamba nicht gibt, müssten Vereinbarungen über deren Lieferung von Nairobi nach Wamba getroffen werden. Es wäre ein großartiger Beginn für die Stärkung des Teams, wenn die Frauen, die sich mit der Seifenherstellung befassen, auch im Verkauf geschult werden würden.

     

  • Es wäre wichtig, das Samburu Team mit einem Fond zu fördern, um die Mentorensitzungen zu unterstützen, da diese entsprechendes Material benötigen (Papier, Buntstifte, Bleistifte, Kugelschreiber und Scheren). Jacinta wird außerdem Update-Berichte an einem Computer erstellen und Folgeanrufe tätigen müssen.

     

  • In Wamba gibt es nur ein Internetcafé, das häufig Strom- und Netzausfällen unterliegt, dies stellt Jacinta vor das Problem, ob sie ihre Berichte rechtzeitig abschicken kann, da sie das Internetcafé immer erst nach ihren Unterrichtsstunden in der Schule besuchen kann.

     

  • Jacinta berichtet, dass es als freiwillige Betreuerin ohne Bezahlung sehr schwierig ist, weitere freiwillige Mentorinnen zu finden.

 

 

*

 

 

KIBERA, NAIROBI AM 13. MÄRZ, 2017

Ein erster Anruf an Zena am 9. März 2017 entschied, dass wir nach Kibera reisen würden, um Mentorin Mary im GinCo-Mentorenplan zu schulen. Während des Anrufs baten wir darum, dass zwei oder drei weitere Mentorinnen anwesend sein sollten, um an dem ersten Schulungstreffen teilzunehmen, dies konnte leider nicht umgesetzt werden, und uns wurde berichtet, dass es äußerst schwierig sei, Freiwillige für das kostenlose Mentorinnen Programm zu finden. Die Lehrerin Onjiko unterrichtete eine Klasse und konnte aus diesem Grund nicht am Training teilnehmen, Mchanganyko hatte eine Jahreshauptversammlung, was auch Zena verpflichtete sowie …, die an dem Treffen beteiligt war. Wir hatten also ein Treffen mit der Mentorin Mary, die uns ihr „Teilnehmerhandbuch für Familienangelegenheiten“ vorstellte, welches dort für das Mentorenprogramm genutzt wird. Es gab uns einen großartigen Einblick und während wir das Handbuch durchgingen, kamen wir zu der Überzeugung, dass dies eine gute Anleitung ist, um die Mentorinnen auf Fragen vorzubereiten, die während einer Mentorensitzung auftauchen könnten. Wir konnten keine Sitzung mit den Mädchen abhalten, da diese im Schulunterricht waren.

 

Sitzung mit Mentorin Mary

 

Die Sitzung begann um 11:30 am Vormittag. Wir gaben Mary einen Überblick über   den GinCo-Mentorenplan und seine Ziele. Wir fuhren dann fort und führten eine demonstrative Sitzung mit ihr durch. Wir zeigten ihr, wie komplette Sitzungen mit den Müttern, den Mädchen und beiden zusammen aussehen könnten. Wir begannen die Sitzung mit dem Eröffungsritual, dem Namensspiel und gingen über zu unserem Spiel, bei dem der „Fluss des Lebens“ gezeichnet wird, den wir dann einander präsentierten. Wir sprachen über eine Vielzahl von Themen, die die Mädchen möglicherweise gerne besprechen würden und darüber, die Mädchen zu ermutigen, über ihre Wünsche und Träume zu sprechen und über ihre Alternativen und Optionen nach der 8. Klasse, sollten sie nicht die finanziellen Mittel haben, die Sekundarschule zu besuchen.

Wir sprachen darüber, wie wichtig es ist, einen “Briefkasten” während den Sitzungen zu haben, Ziele während den Diskussionen festzulegen und sich realistische Ziele nach der 8. Klasse zu setzen. Wir besprachen die Wichtigkeit von Eröffnungs- und Abschlussritualen. In Bezug auf die Identifikation mit einem Vorbild, das an der Sitzung teilnehmen sollte, einigten wir beide uns darauf, dass es realistischer sei, ein Vorbild zu engagieren, das einen stärkeren Bezug zur Gruppe hat, im Gegensatz zu einem, dessen Erfolge zu weit entfernt und unrealistisch für die Mädchen und Mütter zu erreichen scheint. Wir diskutierten außerdem  darüber, wie alle vier Sitzungen durchgeführt werden würden und wie der Ablauf von Ereignissen während der Sitzungen sein sollte. Wir waren und beide einig, dass es toll wäre, telefonische Nachbesprechungen im Anschluss an jede Sitzung durchzuführen, um uns über die Sitzungen auf  aktuellem Stand zu halten und eventuelle Anpassungen an zukünftige Sitzungen vornehmen zu können.

 

Probleme

 

  • Wir trafen an einem Montag ein und die Mädchen waren zu dieser Zeit im Unterricht, sodass wir kein Treffen gemeinsam mit den Mädchen abhalten konnten.

     

  • Mary betonte, dass die Mentorinnen finanzielle Unterstützungen benötigen würden, um Arbeitsmaterialien und Snacks während den Mentorensitzungen bereitstellen zu können.

     

  • Mary hob weiterhin hervor, dass einige Schwierigkeiten für die Mädchen darin bestehen, dass die Mutter nicht in der Lage ist, die Sekundarschulausbildung zu bezahlen, was dazu führt, dass einige Mädchen frustriert sind und fragwürdigen Aktivitäten nachgehen.

 

Beobachtungen und Empfehlungen

 

    • Alle GinCo Mädchen in Kibera besuchen dieselbe Schule. Dies ist eine gute Grundlage, da so alle Mädchen erreicht werden und die Mentorensitzungen durchgeführt werden können.

    • Mary erscheint uns als großartige Mentorin, die eine Leidenschaft für das Mentoring hat. Sie berichtet, dass sie bereits Erfahrung mit einem Peer-Mentorenprogramm hat und zeigt sich sehr enthusiastisch über die GinCo-Mentorensitzungen mit den Müttern und den Mädchen.

Erfolge

 

    • Das Mädchen, das eine Unterstützung für den Sekundarschulbesuch erhalten hat, ist sehr dankbar und besucht bereits regelmäßig die Sekundarschule.

    • Alle GinCo-Mädchen in Kibera besuchen dieselbe Schule und es ist hierdurch einfacher, sie mithilfe der Schule für Mentorensitzungen zusammenzubringen.

    • Es ist großartig von Mary zu hören, dass die Mütter der Mädchen kooperativ sein können und es keine Probleme gibt, an sie heranzutreten, um an den Sitzungen teilzunehmen.




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