AVIB gemn. e.V. Ulrichstein
 
 

Willkommen auf der Webseite der AVIB gemn.e.V.!




 
Liebe Besucher unserer Webseite!
 
Als wir 1984 die erste und bis heute einzige Verbraucher- beratungsstelle für Internatsschulen und Schülerheime ins Leben riefen, stießen wir weitgehend auf Unverständnis. Eltern und Schüler(innen), die ihr Kind bzw. sich selbst fremder Obhut anvertrauen wollten, seien doch keine "Ver- braucher", hieß es. Dieses "Argument" erinnerte immer ein wenig an die Kritik gegenüber den Erkenntnissen des Vaters der vergleichenden Verhaltensforschung und Nobelpreisträ- gers Konrad Lorenz, "Menschen seien doch keine Grau- gänse". Spätestens seit den Missbrauchsskandalen in zahl- reichen auch der bis dahin renommiertesten Einrichtungen, die erst im Frühjahr 2010 ans Licht der Öffentlichkeit kamen, ist wohl unbestritten, dass Internatserziehung - wie jede andere bezahlte Dienstleistung auch - einer unabhängigen und kritischen Beobachtung und Beurteilung bedarf, um junge Menschen und deren Sorgeberechtigte als Verantwortliche und Zahlungspflichtige vor unzureichenden Leistungen der Anbieter und Schlimmerem zu schützen.

Einige unserer Informationsseiten zum Thema Verbraucherschutz auf dem Internatssektor:
Auf eine weitere Lücke des Verbraucherschutzes stießen wir - wiederum als Erste - kurz nach der Jahrtausendwende im Zu- sammenhang mit neuen Wohnformen für Senioren (Mehr- generationen-Wohnen, Senioren-WGs, Seniorendörfer usw.). Wie bei den Internaten wurde hier Wohnen mit einer wie auch immer gearteten zusätzlichen Service- oder Betreuungs- leistung verbunden; "Internat" für ältere Menschen sozu- sagen. Da dies ganz im Rahmen unserer satzungsmäßigen Aufgaben lag und sich hier die Entstehung einer neuen Dienstleistungsform mit ähnlichen Verbraucherrisiken an- deutete wie im Internatsbereich, beschlossen wir, alternative Wohnangebote aller Art für die Generation 60 Plus (mit Ausnahme von Pflege-Einrichtungen) unbürokratisch als zu- sätzliches Aufgabengebiet in unser Programm aufzuneh- men.

Anders als drei Jahrzehnte zuvor nahmen sich aber die zuständigen Ministerien, Verbraucherschutzverbände und NGOs der dringlichen Thematik auf überregionaler Ebene in letzter Zeit verstärkt an. Beispiele/Links:

 
Von daher entschlossen wir uns zu einem eher regionalen Ansatz unserer Verbraucherschutz-Aktivitäten, den man vielleicht unter der Programmatik "Beratung zur Verbesserung der individuellen Lebensverhältnisse für die Generation 60 Plus im Hohen Vogelsberg" zusammenfassen könnte.
Hierbei geht es uns nicht darum, aus einem bestimmten Kirchturmdenken oder Vereinsegoismus heraus das Rad ständig neu erfinden oder unnötige Parallelstrukturen schaf- fen zu wollen. Zentrales Anliegen einer Verbraucherbera- tungsstelle ist ja ohnehin die INFORMATION der Ratsu- chenden und die AUFKLÄRUNG derjenigen, die speziellen Rat vielleicht noch gar nicht suchen, weil sie sich bestimmter Probleme nicht bewusst sind oder diese verdrängen.

Es ist doch eine alte Erfahrung: Derjenige meistert sein Leben am besten, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und das Richtige tut - ob beim täglichen Einkauf, den größeren Herausforderungen der sog. Daseinsvorsorge oder der Bewältigung von Lebenskrisen und Schicksalsschlägen. Hier immer über die bestmöglichen Informationen zu verfügen ist um so wichtiger, je schmaler das eigene Budget ist und je weniger man über ein unterstützendes Netzwerk aus Familie, Freunden und zuverlässigen Bekannten verfügt, auf die man im "Fall des Falles" zurückgreifen kann. Es geht, kurz gesagt, um die Lebensqualität und Menschenwürde, auf die ein jeder Anspruch hat, auch wenn er alt, arm, krank oder auf andere Weise belastet ist. Es geht um das menschliche Gesicht unserer Gesellschaft, für das wir alle Verantwortung tragen, von dem wir aber auch alle profitieren!

Wenn es um bestmögliche Informationen geht, sind Lotsen- funktionen - von welcher amtlichen oder ehrenamtlichen Seite auch immer - von größter Bedeutung. Hierfür spricht nicht nur die allseits beklagte und ständig anschwellende Flut der Informationen, die nur noch mit "vereinten Kräften" gefiltert und bedarfsgerecht erschlossen werden kann. Teil des Problems ist auch die gezielte Desinformation des Bürgers und Verbrauchers. In die Vielfalt der Angebote mischen sich immer häufiger betrügerische Angriffe, wie ohnehin der viel beschriebene "Wertewandel" vor allem ein Werteverfall ist, der auch in den einst als seriös geltenden Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft immer weiter um sich greift. Ein erheblicher Teil der heutigen und uns erst recht in der Zukunft bedrohenden sozialen Probleme (Altersarmut, Personal-mangel im Pflegebereich, Qualitätsmängel in Kranken- und Altenpflege) ist Ausdruck einer Ökonomisierung der Gesell-schaft zu Lasten menschlicher Wertmaßstäbe. Zusätzliche Gefahren drohen von Seiten der demografischen Entwicklung und der Urbanisierung des Lebens: Ganze Landschaften entvölkern sich. Die Jungen und Einkommensstarken wan- dern ab in die Städte. Die Alten und Einkommensschwä- cheren bleiben in einer sich ausdünnenden Infrastruktur zurück oder werden aus den urbanen Zentren verdrängt, weil sie die dortigen Wohnkosten nicht mehr aufbringen können.

Solchen Entwicklungen kann nur Einhalt geboten oder die Spitze abgebrochen werden, indem Bürger sich in selbst ge- wähltem Dienst für den Erhalt eines sozialen Gemeinwesens einsetzen. Nicht als "Lückenbüßer" für vernachlässigte staatliche Aufgaben (die steuerfinanzierten Sozialetats in Bund und Land sind wahrlich hoch genug und müssten nur gerechter verteilt werden!) und auch nicht als Konkurrenz zur gewerblichen Wirtschaft, sondern überall dort, wo Geld allein nicht ausreicht, um Lücken im Sozialsystem zu schließen. Dies ist vor allem in denjenigen Bereichen der Fall, für den früher die Familie zuständig war und der weder je "bezahlt" wurde noch überhaupt mit Geld aufzuwiegen ist. Die demografische und die wirtschaftliche Entwicklung schlagen in diesem Bereich tiefe Breschen, die auch durch noch so teure Sozialprogramme und den Einsatz noch so vieler Professioneller nicht annähernd aufgefüllt werden könnten. Ehrenamtliche mit ihrer ethisch fundierten Freude am Helfen sind hier der bessere "Familienersatz". Und nur sie stehen überhaupt in der erforderlichen Zahl zur Verfügung. Denn eines ist inzwischen wohl klar erkannt: Es geht nicht darum, über das Ehrenamt neue "Sozialleistungen" zu erfinden. Im Gegenteil muss ein entsprechendes Anspruchsdenken abgebaut werden. Stattdessen braucht unsere Gesellschaft mehr Eigenverantwortung und mehr Mitverantwortung. 

Hier schließt sich der Kreis. Ein Überangebot an hilfreicher und notwendiger Information zu eigenverantwortlicher Le- bensgestaltung und zur individuellen wie gemeinschaftlichen Verbesserung der Lebensumstände lässt sich nicht fest- stellen. Obwohl die Landesregierung, der Landkreis, die einzelnen Städte und Gemeinden, kirchliche Träger, Sozialverbände usw. eine Fülle von Informationen für alle nur erdenklichen Personengruppen und Bedürfnislagen anbieten, erreichen diese die Adressaten oft nicht. Gerade diejenigen, die Unterstützung am dringendsten brauchen, finden aus unterschiedlichsten Gründen nicht den Zugang zu den für sie entwickelten Hilfsangeboten. Oft müssen noch offene Fragen geklärt oder verstreute Informationen recherchiert und für bestimmte Bedürfnissituationen aufbereitet werden. Zudem besteht eine Daueraufgabe darin, gesellschaftliche Verän- derungen zu erfassen und hieraus neue soziale Maßnahmen, Hilfeformen, Angebote usw. beziehungsweise die adäquaten Zugangswege zu entwickeln. Das eröffnet einer Verbraucher- beratungsstelle wie der unseren ein weites Betätigungsfeld. Aktuell befassen wir uns mit nachfolgenden Frage- bzw. Aufgabenstellungen:   
Wie kann man die Lebensverhältnisse diverser alter und neuer "Problemgruppen" verbessern, beispielsweise die der wachsenden Zahl von
  • Singles und Geschiedenen, die im Alter auf sich gestellt sind,
  • pflegenden Familienangehörigen, die durch Beruf und Pflege überlastet sind oder durch die Pflegeaufgaben selbst krank und pflegebedürftig zu werden drohen,
  • im Alter Verarmten, deren Alterseinkünfte zu einem wür- digen Leben nicht mehr ausreichen,
  • aus den Städten Vertriebenen, für die es nirgends mehr bezahlbaren (und barrierefreien) Wohnraum gibt oder die nach alternativen Wohnformen suchen,
  • Alleinerziehenden, die Familie und Beruf nicht mehr ver- einbaren können (Arbeitsverdichtung, zu lange Arbeits- wege oder Flexibilisierung der Arbeitszeiten) oder durch (erzwungenen) Verzicht auf Berufstätigkeit in die Sozial- hilfe fallen bzw. hierdurch ihre zukünftige Altersver- sorgung gefährden,
  • usw.         
In Wahrnehmung der oben beschriebenen Lotsenfunktion bieten wir derzeit:
  • Errichtung und Betrieb eines regionalen Informations- zentrums und eines Bürgerbüros (Themengebiete u.a.: Neue Wohnformen im Alter, soziales Bauen, senioren- gerechter Umbau, Erschließung und Auflistung regionaler und überregionaler Beratungs- und Unterstützungsan- gebote in einem Informationszentrum, Gründung von Bürgernetzwerken, Engagementförderung),
  • Entwicklung eigener Modelle und Projekte einer enga- gementfördernden Infrastruktur und Quartiersentwick- lung ("Help-Center", Tagungsstätte, Bürgertreffpunkt im Outdoor-Bereich, Mitfahrdienst, Sharing-Box für Geräte, Stützpunkte für Helfer und Berater, preiswerte Ferien- angebote für von Altersarmut Betroffene, Alleinerzie- hende oder pflegende Angehörige, Seniorendorf).
Einen Überblick über einige der bisherigen Aktivitäten und Projekte finden Sie auf folgenden Webseiten:
Wenn Sie Interesse haben an einer Mitarbeit in unserem Verein (AVIB) bzw. in dem Nachbarschaftshilfe-Netzwerk "Wir für uns in Ulrichstein" (WifU) oder sich in unserem "Wohnpark Burgblick Ulrichstein" (WBU) ansiedeln wollen, um unser alternatives Wohnkonzept ("Seniorendorf") mitzugestalten, melden Sie sich bitte in unserem Bürgerbüro (Telefon: 06645 - 918789, Email: AVIB_Ulrichstein@t-online.de).
 
Ulrich Lange 

 
Besuchen Sie bitte auch die Webseite unseres Informationszentrums!

 
zurück
keine vorhergehende SeiteHomebearbeitenE-Mailvor zu Neue Wohnformen